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Herr Jordi Martinell

Paläontologe und Professor an der Universität von Barcelona (Katalonien – Spanien) 

Die Einrichtung:

Die Universität von Barcelona wurde 1450 gegründet. Sie umfasst 75000 Studenten in 87 unterschiedlichen Fächern, 4000 Lehrende und 2000 Verwaltungsangestellte. 

Das Projekt:

Vor zwei Jahren traf Herr Martinell mit dem Verantwortlichen der Banque de Stages zusammen, der damals Partner für den internationalen Praktikumsaustausch suchte. „In Barcelona misst man dem Betriebspraktikum für die Studenten eine große Bedeutung bei.“ In bestimmten traditionellen Studiengängen, wie z.B. Medizin, Pharmazie und Ökonomie, sind Praktika vorgeschrieben. „Möglichst viele Studenten sollen an einem Praktikum teilnehmen.“  Dabei wird das Projekt SPEED der Universität von Barcelona sehr helfen. In der Tat wurde gerade das universitätsinterne Verfahren zur Teilnahme an Praktika einvernehmlich geregelt; das Projekt SPEED wird also das Verfahren zur Teilnahme an Praktika im Ausland regeln und beweisen, dass der Student in jeder Hinsicht davon profitiert. Herr Martinell ist vor allem von der Idee der Internationalisierung begeistert, die den Austausch zwischen Kulturen ermöglicht  und damit die Erfahrungen der Studenten bereichert.

 

Das Praktikum:

Je nach Fachbereich ist in Barcelona das Praktikum für die Studenten des 3. und 4. Studienjahres vorgeschrieben. Dabei können die Fachbereiche, die Studenten oder sogar die Unternehmen die Initiative ergreifen. Ein Auslandspraktikum wird im Rahmen des Programmes LEONARDO durchgeführt. Darüber hinaus gibt es Austauschprogramme mit den spanischsprechenden südamerikanischen Ländern. Dafür gibt es auch Stipendien.

Vorrangiges Ziel von Herr Martinell ist die Übernahme aller Praktikumskosten (einschließlich Unterbringung und Essen…). „Das Praktikum ist ein Teil der Ausbildung und darf nicht nur den Studenten vorbehalten sein, die es sich aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer höheren sozialen Schicht leisten können.“

Das Unternehmen und die Ausbildungseinrichtung müssen die Kosten übernehmen.

Internationaler Austausch:

Die Internationalisierung erlaubt das Reisen, aber vor allem auch die Entdeckung neuer Kulturen. „Das ist das Leben, man muss dazulernen!“ Mit Hilfe des Projekts SPEED wird der Praktikumsaustausch geregelt und ausgewertet. Herr Martinell glaubt nicht, dass die Sprache ein Hindernis ist. Einerseits gibt es bei Verständigungsproblemen immer noch das Englische, andererseits werden sich keine Studenten bewerben, die die Sprache des Ziellandes nicht beherrschen.

 


Herr Manuel Assunçao

Prorektor der Universität von Aveiro (Portugal)

Die Einrichtung:

Die Universität von Aveiro ist neu, sie wurde erst 1973 gegründet. Sie umfasst heute 11000 Studenten in 33 unterschiedlichen Fächern. Der Schwerpunkt liegt auf den Natur – und Ingenieurwissenschaften (Hochschulabschluss). Neben der allgemeinen Universitätsausbildung wird auch eine technische berufsbezogene Ausbildung angeboten (Fachhochschulabschluss).

Das Projekt:

Durch seine Kontakte hat Herr Assunçao vom Projekt SPEED erfahren, da er bereits mit einem Berufsberater in einem anderen europäischen Projekt zusammen arbeitete. Das Projekt SPEED gibt uns die Gelegenheit, die Praktika besser zu organisieren und zu koordinieren. Das Einsatzgebiet vergrößert sich zum Ausland hin.“

 

Das Praktikum:

Vorrangige Politik der Universität ist es, vielen Studenten ein Praktikum zu ermöglichen. Wir müssen also die Lehrenden und die Unternehmen ermutigen, ein Maximum an Praktikumsthemen vorzuschlagen. „Für die persönliche und berufliche Entwicklung jedes einzelnen Studenten ist das Praktikum von großer Bedeutung.“ Es bietet den ausländischen Studenten eine Eingliederung durch die Unterbringung und das Essen, das gleiche gilt dann auch für die portugiesischen Studenten im Ausland. Die Projektteilnehmer müssen motiviert sein und sich engagieren, um dem Ansehen der Universität nicht zu schaden. Die betreffenden Studenten sind im letzten Studienjahr und von SOCRATES ausgewählt.

Internationaler Austausch:

Mit den Vorteilen eines Auslandspraktikums könnte man mehrere Seiten füllen. Sie ermöglichen es, in Kontakt mit anderen Kulturen zu treten, nach der Art des Gastgeberlandes zu leben, „das bietet eine echte Persönlichkeitsentwicklung.“ Neben der Verbesserung der Sprachkenntnisse fördern sie die berufliche Entwicklung. Herr Assunçao meint, dass die Sprache kein grundsätzliches Problem darstellt, wenn man ausreichend motiviert ist.

 


Herr Peter Schmidt

Professor an der Fachhochschule Heidelberg

Die Einrichtung:

In Heidelberg gibt es zwei Hochschulen. Die erste ist die älteste Universität Deutschlands, sie wurde 1410 gegründet und umfasst heute 25000 Studenten der Medizin, der Geistes- und Naturwissenschaften. Die zweite, jüngere Hochschule wurde 1969 gegründet und umfasst 850 Studenten der Ökonomie, der Elektronik und Informatik sowie der Architektur und Sozialpädagogik.

Das Projekt:

Das Projekt SPEED ist aus zweierlei Gründen interessant: zum einen sind Montpellier und Heidelberg Partnerstädte. Daher gibt es auch ein Heidelberg - Haus in Montpellier. Die zwei Städte organisieren zusammen den Austausch zwischen verschiedenen Gruppen; ihre beiden Universitäten haben mit einer Zusammenarbeit begonnen.

Zum anderen reicht es heute nicht mehr aus, auf den nationalen, ja sogar den europäischen Märkten Präsenz zu zeigen; um wirtschaftlich zu überleben, muss man sich zukünftig dem Weltmarkt öffnen. Herr Schmidt denkt, dass es für die Studenten nach Abschluss ihres Studiums sehr wichtig ist,  ein Auslandspraktikum zu machen, um verschiedene Kulturen, ihre Sprachen und ihre Handelsgesetze kennen zu lernen. Die Praktika wenden sich vor allem an Studenten mit einer zukünftigen Tätigkeit im Dienstleistungsbereich, wie z.B. Studenten der Ökonomie und Informatik. Die zwei Heidelberger Hochschulen wollen die Internationalisierung vorantreiben, um die Zukunft der europäischen Länder zu sichern.

Das Praktikum:

„Unsere Hochschule bevorzugt Praktika in Industrieunternehmen der Region, wie z.B. bei IBM, Siemens, Heidelberger Druckmaschinen.“ In der Rhein – Neckar – Region um Heidelberg sind eine Vielzahl von Industrie – und Dienstleistungsunternehmen angesiedelt, aber auch bedeutende Forschungseinrichtungen. Daher können sich die Studenten auf sehr unterschiedliche Praktikumsplätze bewerben. Die Fachhochschule Heidelberg verfügt über Wohnheime für die Studenten. Das Verkehrsnetz ist sehr gut ausgebaut und preiswert. Jeder ausländische Student erhält von der Fachhochschule 300 € zur Deckung seiner Kosten. Darüber hinaus zahlen die meisten Unternehmen eine Praktikumsvergütung zwischen 250 und 550 €.

Internationaler Austausch:

Sprachkenntnisse in der Sprache des jeweiligen Landes sind sicher sehr wichtig, aber man kommt immer auch mit Englisch zurecht. Der Austausch erlaubt es, die Kultur eines Landes kennenzulernen sowie dessen Unternehmens- und Marktstrukturen.

 


Herr Michele Dosio und Herr Lorenzzo Brunelli

Leitung der internationalen Kontakte des E.N.A.I.P. in Turin

Die Einrichtung:

Herr Dosio arbeitet am E.N.A.I.P. in Turin, einer Ausbildungstätte für Erwachsene unter 28 Jahren, die 370 Angestellte und mehr als 1000 Mitarbeiter hat. Die 13 Ausbildungszentren verteilen sich über das gesamte Piemont. Sie sind zwischen Ausbildung und staatlichem Erziehungswesen angesiedelt, etwa dem A.F.P.A. in Frankreich vergleichbar (Association pour la Formation Professionnelle des Adultes = Verband zur Berufsausbildung Erwachsener). Das Praktikum ist in dieser Einrichtung vorgeschrieben, „es ist eine Chance, um Berufserfahrung zu gewinnen.“ 4000 Unternehmen aus dem Bereich der Industrie, der Dienstleistungen und des Tourismus sind Kooperationspartner.

Das Projekt:

Das Projekt SPEED wurde mit Begeisterung aufgenommen, da das E.N.A.I.P. bereits Praktikanten ins europäische Ausland schickte, ohne jedoch an eine Vernetzung der Informationen zu denken. „Es ist heute absolut wichtig, europäische Partner zu haben; das Projekt SPEED fördert die Entwicklung in Europa.“ Zusammen mit dem europäischen Projekt zur Förderung der Mobilität unterstützt es die Jugend beim Länderaustausch.

Für Herrn Dosio ist es ein vorrangiges Ziel, europaweit die Kommunikation zwischen Praktikumsnachfrage und – angebot zu erleichtern und dazu der Jugend sowie den Unternehmen ein leicht zugängliches Instrument an die Hand zu geben.

 

Das Praktikum:

Das E.N.A.I.P. schlägt alle möglichen Praktika vor und fördert einen Monat Sprachausbildung vor Praktikumsbeginn. In dieser Zeit können sich Unternehmen und Praktikanten per Interview kennen lernen. Das Praktikum für ausländische Praktikanten läuft nach den Vorschriften für Praktika in ihrem Herkunftsland ab.

Internationaler Austausch:

Es gibt immer mehr Berufe, bei denen Auslandserfahrung gebraucht wird; das Praktikum im Ausland leistet dazu einen wichtigen Beitrag. „Es stellt eine Bereicherung für das zukünftige Berufsleben dar, es erlaubt den Kontakt und den Einblick in andere Lebensweisen und Kulturen.“ Die Sprache ist für Herrn Dosio kein wirkliches Problem: „Sprachbarrieren werden leicht überwunden, da man im betreffenden Ausland schneller Fortschritte macht.“ Auf diese Weise wird auch das europäische Projekt unterstützt, dass alle Europäer eine zweite Sprache aktiv und eine dritte passiv beherrschen sollen.

 


Herr Giovanni Bocchino und Frau Claudine Frangiamore

Verantwortlich für die Berufsberatung der Universität Turin

Die Einrichtung:

Herr Bocchino und Frau Frangiamore arbeiten in der Berufsberatung der Wirtschaftsuniversität von Turin, die 8000 Studenten zählt. Insgesamt arbeiten in der Berufsberatung drei Angestellte, unterstützt von sechs Studenten, die einen Vertrag über 150 Stunden im Jahr haben. Das Büro vermittelt Praktika und Arbeitsplätze an die jungen Diplomierten und bemüht sich, sie nach dem Studium unterzubringen.

Das Projekt:

Die Teilnahme am Projekt SPEED war für sie interessant, weil Praktika, und besonders solche im Ausland, den Studenten einen Einblick in die wirkliche Berufswelt geben. Vor allem hat sie die Idee einer Datenbank gereizt, die die Information und den Zugang zu Praktikumsplätzen erleichtert.

Das Praktikum:

Allen Unternehmen, mit denen das Büro zusammen arbeitet, wird die Teilnahme am Projekt SPEED angeboten. Danach wird eine Auswahl nach Branchen erstellt. Der Praktikant wird beraten und erhält vor Praktikumsbeginn eine Sprachausbildung, damit er sich mit der Sprache, der Kultur und dem Unternehmen vertraut machen kann. Erst nach dieser Phase entscheiden Praktikant und Unternehmen endgültig über die weitere Zusammenarbeit.

Internationaler Austausch:

Aus interkultureller Sicht ist ein Auslandspraktikum für die Erweiterung des eigenen geistigen Horizonts, für das Verständnis der Kulturen und für den europäischen Integrationsprozess unerlässlich. Sprachprobleme können mit Hilfe eines dem Praktikum vorgeschalteten Kurses beseitigt werden, denn laut Herr Bocchino sind Sprachkenntnisse für einen Arbeitsaufenthalt in Italien absolut notwendig.

 

 


Thierry Laffond

Auslandsbeauftragter und Mitarbeiter des Rektors an der Akademie von Montpellier

Für mich ist die Datenbank des Projekts SPEED ein Dienstleistungsangebot an Nutzer und Kunden, an Unternehmen und Studenten. Wir haben vorrangig ein menschliches Interesse: Die Bedürfnisse der Unternehmen und der Studenten sollen befriedigt werden. In der Tat stellen wir eine staatliche Dienstleistung zur Verfügung, sind nicht gewinnorientiert und brauchen daher die Zusammenarbeit mit Projektpartnern, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Nur so können wir auf die Erwartungen der Unternehmen und Studenten eingehen. Wir haben zwei wichtige Ziele: einerseits wollen wir die Unternehmen zu einer Ausweitung des Praktikumsangebots ermutigen und  Studenten und Unternehmen die gegenseitige Kontaktaufnahme erleichtern.

Andererseits wollen wir mit Hilfe des Praktikums den Wert der Ausbildung erhöhen. Für die Welt der Unternehmen ist das Praktikum ein Fenster zu den Hochschulen und ihrem Ausbildungsangebot. Das europäische Pilotprojekt SPEED, unterstützt vom Programm LEONARDO, wird zwischen 2001 und 2003 in Deutschland, Spanien, Italien, Portugal und Litauen durchgeführt, um dem Bedarf an internationalem Austausch der Unternehmen und der Studenten zu entsprechen. Angesichts der Qualität unserer Projektpartner dürfen wir an den erfolgreichen Abschluss des Projektes glauben.

  

 

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